Unser Wahlprogramm


LHG – für ein selbstbestimmtes Studium

Was passiert eigentlich mit unseren Studierendenbeiträgen?

Die Studierendenbeiträge steigen jedes Jahr weiter an, aber es fehlt die Transparenz um nachvollziehen zu können warum dem so ist. Die studentischen Gelder sollen für Zwecke ausgegeben werden, die das Studium an der Universität verbessern. Stattdessen werden die ohnehin begrenzten studentischen Gelder unverhältnismäßig und unsachgemäß eingesetzt. Unter anderem eine vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation wird von unseren Semesterbeiträgen finanziert. 

Wir fordern, dass Verantwortung übernommen und Rechenschaft gegenüber der Studierendenschaft abgelegt werden muss. Dazu soll die konkrete Verwendung in der Semesterbeitragsbegleichung auf Klips bekannt gemacht werden

Von den Studierenden Beiträgen werden viele nützliche Projekte, wie die Fahrradwerkstatt, bezahlt. Andere Zahlungen erfolgen im Gießkannenprinzip. Die autonomen Referate erhalten 8.500 Euro pro Semester, ohne dass dem StuPa ein Mitspracherecht für die Verwendung der Mittel zukommt. Diesem Verfahren muss ein Ende gesetzt werden. Um den Beitrag senken zu können, möchten wir die Höhe des Studierendenbeitrages auf den Prüfstand stellen. Dazu ist eine Evaluation zu jedem Semester notwendig.

Damit unser Geld auch wirklich nur für die Zwecke eingesetzt werden, für die die Studierenden sich interessieren, fordert die LHG eine Opt-Out-Möglichkeit für alle vom AStA genutzten Mittel. Die Mittel werden anschließend zweckgebunden an die Arbeitskreise übergeben. 

Digitalisierung – Lernen wann und wo ihr möchtet

Die Studierenden sollen lernen können wann und wo sie möchten. Um das zu erreichen fordern wir, dass alle Medien online verfügbar gemacht werden. Studierende können so alle universitären Materialien jederzeit nutzen ohne den Weg zu Universitätsbibliothek antreten und einen der raren Plätze finden zu müssen. Zudem würde durch dieses Vorgehen die Anzahl teurer Mehranschaffungen gesenkt werden können. 

Obwohl die technischen Möglichkeiten dazu vorliegen ist es oftmals nicht möglich seine Hausarbeiten online über Ilias einzureichen. In Zeiten der Digitalisierung muss das möglich sein! Dieses Vorgehen würde nicht nur den Studierenden die Druckkosten ersparen, sondern auch schonender für unsere Umwelt sein. 

Um diese digitalen Lehrmittel nutzen zu können muss das W-Lan Netzwerk uniweit funktionieren und verlässlich sein. Störungen und Ausfälle dürfen nicht hingenommen werden, weshalb wir eine Überarbeitung des momentanen Internetzugangs fordern.

Wir verbinden das Studium mit Freiheit. Jeder Studierende muss die Möglichkeit haben seinen Stundenplan individuell an die eigene Lebenswirklichkeit anzupassen. Für uns gehört dazu auch die Möglichkeit zu jeder Zeit die Universitätsbibliothek nutzen zu können. Deshalb sprechen wir uns dafür aus das die Bibliothek rund um die Uhr geöffnet sein soll. 

Zudem müssen die Lernbedingungen verbessert werden. Einen Arbeitsplatz in unseren Bibliotheken sucht man teilweise sehr lange, wenn nicht sogar vergeblich. Die Atmosphäre, schmale Tische und schlechte Beleuchtung laden zudem nicht zum Lernen ein. Die Liberale Hochschulgruppe Köln fordert deswegen, dass mehr Sitzplätze in den Bibliotheken eingerichtet werden, die räumliche Kapazität erhöht und die Ausstattung der bereits bestehenden Arbeitsplätze qualitativ angehoben wird. Um die Digitalisierung umsetzten, benötigen die Studierenden außerdem Möglichkeiten ihre technischen Geräte in der Universität aufladen zu können.

Gegen Diskriminierung – für Empowerment

Jeder Studierende soll die Chance haben ohne Barrieren studieren zu können. Die Liberale Hochschulgruppe Köln arbeitet deswegen daran solche Barrieren abzubauen und alle Studierenden zu empowern. 

Die LHG fordert anonyme Bewerbungsverfahren bei denen Name, Alter, Herkunft, Geschlecht und Aussehen den Entscheidungsträgern unbekannt sein sollen, damit Diskriminierung keine Chance gegeben wird. Dies gilt für Bewerbungen aller Art, die bei der Universität eingehen. Auch Hausarbeiten und Klausuren sollen in Zukunft ohne Nennung des Namens abgegeben werden können. 

Ab dem 25. Lebensjahr fallen einige staatliche Unterstützungen wie beispielsweise das Kindergeld und die Familienversicherung weg. Die LHG spricht sich gegen jede Form von Altersdiskriminierung durch staatliche Schlechterstellung aus und fordert deswegen die Abschaffung von Altersgrenzen für staatliche und gesetzliche Unterstützungen.  Alle Studierenden sollen die gleichen Chancen bekommen. Begrenzt werden soll die Förderung durch die Regelstudienzeit unter Rücksichtnahme von Härtefallregelungen. 

Viele Frauen ergreifen keinen Beruf in einem von Männern geprägten Bereich. Um dem entgegen zu wirken setzt die Liberale Hochschulgruppe auf Empowerment, nicht auf Quoten. Durch Veranstaltungen sollen Frauen gezielt auf diese Berufsmöglichkeiten hingewiesen und informiert werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Vernetzung zwischen den in diesen Bereichen arbeitenden Frauen und den an diesen Berufsbereichen interessierten Frauen.

Barrieren abbauen, studieren ermöglichen!

Wir möchten Studierenden mit Behinderung das Studium erleichtern. Studierende mit einer Behinderung erfahren im universitären Alltag Barrieren, welche abgebaut werden müssen. Das erschwert ein selbstbestimmtes, freies Studium. Um eine Verbesserung zu erreichen möchten wir das Thema stärker in den Fokus der Hochschulpolitik rücken. Alle Räume der Universität sollen mit Blindenschrift an den Raumschildern ausgestattet und für Gehbehinderte uneingeschränkt zugänglich sein. 

Zur Benutzung der in der Universität vorhandenen Aufzüge müssen Studierende mit einer Gehbehinderung bisher einen Mitarbeiter der Universität um Hilfe bitten oder selbstständig einen EuroKey erwerben. Die Liberale Hochschulgruppe fordert, dass die Universität bei der Einschreibung nachfragt, ob der Studierende bereits einen EuroKey hat. Sollte dies nicht der Fall sein, soll ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Härtefalldezernates den Studierenden kontaktieren, informieren und bei der Beantragung assistieren. 

Nicht nur die Räumlichkeiten an der Universität müssen im Rahmen der Barrierefreiheit überarbeitet werden, auch unsere digitale Infrastruktur bedarf einer Anpassung. Klips, Ilias und Kim müssen auch für Studierende mit eingeschränkten Sehvermögen nutzbar sein. 

Fangen wir endlich mit effektivem Umweltschutz an!

Die Themen Klima- und Umweltschutz begegnen uns im Alltag überall, aber die Universität lässt sie aus. Beispielsweise durch die Digitalisierung der Medien kann ein erster Schritt getan werden. Ob es Bücher sind, die nicht mehrfach angeschafft werden müssen oder Übungsblätter, die digital vorliegen könnten, um Papier zu sparen. Auch die digitale Abgabe von Hausarbeiten spart Papier. 

Eine weitere Maßnahme zum Klimaschutz ist die Begrünung der universitären Gebäude. Alle universitären Gebäude sollen auf diese Möglichkeit geprüft und wenn geeignet begrünt werden. Wo möglich soll außerdem eine Flächenentsiegelung vorgenommen werden. Die Entsiegelten Flächen können ebenfalls begrünt werden und so dem Stadtklima zugutekommen. 

Ebenfalls geprüft werden soll zudem Möglichkeiten Lichtverschmutzung minimieren. Dazu soll sowohl der Bestand geprüft werden, als auch alle laufenden Projekte. Neue Bauvorhaben sollen grundsätzlich mit nachhaltigen Lampen geplant werden. 

Des Weiteren begrüßen wir die Pläne der Universität die Infrastruktur für Radfahrer auszubauen. Auch in Zukunft muss auf einen ausgewogenen Infrastrukturplan an der Universität gesetzt werden. Dazu gehört die Koordination mit den Bussen und Bahnen der KVB, sichere Rad- und Fußgängerwege, sowie ausreichend Stellplätze für Fahrräder und den motorisierten Individualverkehr.

Die Universität muss noch einen weiten Weg gehen, um eine Vorbildfunktion im Bereich des Umweltschutzes innehaben zu können. 

BaföG elternunabhängig und studentenfreundlich gestalten

BaföG soll elternunabhängig, altersunabhängig und studentenfreundlich werden. Wir sehen das BAföG als eine wichtige und notwendige Quelle der Studienfinanzierung an und möchten deswegen finanzielle Unsicherheiten bekämpfen, sodass alle Studierenden sich auf das Studium konzentrieren können. 

Jeder Studierende soll BAföG in Höhe von max. 800€ beantragen können. Nach Beendigung des Studiums muss dann ab dem 1,5-fachen des Durchschnittsverdienstes die Summe zinsfrei, mit mind. 5% des Monatseinkommens brutto, zurückgezahlt werden. Allerdings nur bis zu einem Betrag von 20.000€. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 20 Stunden soll abgeschafft werden. 

Unter Rücksichtnahme der Inflationsrate soll der Höchstbetrag alle fünf Jahre evaluiert und der Freibetrag angepasst werden. Leistungsnachweise sollen in der Regelstudienzeit wegfallen. Davon ausgenommen ist das letzte Semester der Regelstudienzeit. Sollte zu diesem Zeitpunkt feststellbar sein, dass das Studium in drei weiteren Semestern beendet ist kann das Studium über drei Semester weiter gefördert werden. 

Digitales Publikationsheft

Die von den Studierenden verfassten Haus- und Abschlussarbeiten verschwinden häufig in den Schubladen der zuständigen Dozenten. Um die verfassten Arbeiten über die Note hinaus zu würdigen, setzen wir uns dafür ein sie in einem digitalen Publikationsheft für alle Studierenden zugänglich zu machen. So würde den Arbeiten zum einen eine größere Bedeutung als eine reine Prüfungsleistung zukommen und zum anderen stünde den Kommilitonen der Wissensschatz der aus diesen Arbeiten zur Verfügung. Die Studierenden sollen bei der Abgabe über die Möglichkeit informiert werden und können die Arbeit auf freiwilliger Basis dem Publikationsheft beisteuern. 

Ehrenamt stärken

Viele Studierende sind neben dem Studium ehrenamtlich in einer nicht politischen Hochschulgruppe aktiv. Diese Studierenden sollten durch die freiwillige Arbeit in ihrer Freizeit keinen Nachteil erfahren. Als LHG fordern wir deswegen, dass ehrenamtliches Engagement in nicht-politischen Hochschulgruppen eine stärkere Anerkennung und Förderung erhält. Denkbar wäre die Anrechnung von Vorstandsarbeit im Rahmen des Studium Integrale.  

Freie Forschung fördern

Die Zivilklausel hält durch ein generelles Forschungsverbot wichtige Fortschritte im naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, beispielsweise bei der Entwicklung von Baumaterialien und Medikamenten, auf. 

Um den massiven Einschränkungen durch die Zivilklausel zu entgehen setzt die LHG sich für einen Ethikrat ein bei dem jedes Forschungsprojekt, dass durch die Zivilklausel verboten gewesen wäre, durch eine Versammlung von allen Betroffenen Akteuren evaluiert werden soll. Anwesend sein sollen Vertreter der Universität, der Fakultät, die Forschenden, Vertreter der Fachschaft und externe Experten. 

Flexibilisierung des Studiums

Eine Methode Flexibilität ins Studium zu bringen ist die Digitalisierung. Aber auch an anderen Stellen kann das Studium flexibilisiert werden. 

Nicht alle Studierenden kennen die Möglichkeiten ein Studium an ihre Lebensrealität anzupassen. Deswegen fordern wir die Universität auf die Studierenden verstärkt auf diese Möglichkeiten aufmerksam zu machen und Hürden abzubauen. 

Wer ein Urlaubssemester nehmen möchte sollte dies unabhängig des Grundes machen dürfen. Ganz egal ob sich eine Person aufgrund einer Erkrankung, einer familiären Situation, eines Auslandssemesters oder einer Unternehmensgründung für diesen Schritt entscheidet. Zudem sollte der Semesterbeitrag in diesem Urlaubssemester grundsätzlich entfallen. Wer die Ressourcen der Universität in einem vorher beantragten Zeitraum nicht nutzen wird, soll auch nicht für diese zahlen müssen. 

Nicht immer ist es Wochen vor einer Klausur absehbar, ob man sie tatsächlich schreiben sollte. Damit ihr euch nach eurem aktuellen Lehrstand richten könnt, fordern wir, dass Studierende sich noch am Tag vor der Klausur entscheiden können ob sie diese schreiben wollen. 

Gegen Extremismus und idiologische Grabenkämpfe

Ein demokratischer Rechtsstaat fußt darauf, dass seine Mitglieder seine gesellschaftlichen Grundsätze beachten. Zu unserem Bedauern halten sich nicht immer alle an die Regeln. Oftmals kommt es zu Ausschreitungen durch Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten. Doch wo Rechtsextremismus zutage tritt, sind auch linksextreme Aktivitäten oft nur eine Frage der Zeit. Dabei schadet jegliche Art von Extremismus unserer Gesellschaft, ganz gleich, aus welcher Motivation heraus dieser betrieben wird. Dass man sich mit seiner Gewaltausübung nur gegen jene richtet, die selbst die Regeln brechen, kann nicht als Ausrede gelten. Das Gewaltmonopol obliegt allein dem Staat, ganz gleich, aus welchen Gründen und zu welchem Zweck diese eingesetzt werden soll. Durchbricht jemand dieses Monopol, birgt dies stets ein hohes Risiko für Eigentum, Leib und Leben der Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind. Die Liberale Hochschulgruppe fordert daher, dass das StuPa sein Augenmerk auf Extremismus aller Art legt – egal ob rechts, links oder religiös motiviert.

Daher fordern wir die Streichung sämtlicher studentischer Gelder für den Autonomen Antifa-AK, der sich zum linksextremen Bündnis “Ums Ganze” bekennt. Dieses Bündnis wurde bereits mehrfach im Verfassungsschutzbericht erwähnt weshalb wir der Auffassung sind, dass die Verfassungstreue dieses Arbeitskreises nicht gewährleistet ist.

Wer effizient sein will, muss fortwährend Für und Wider seiner Entscheidungen prüfen und diese zur Diskussion stellen. Dies gilt ebenso für den politischen Diskurs, müssen doch oftmals Kompromisse geschlossen werden, da die Meinungen verschiedener Parteien sehr weit auseinanderdriften. Die Liberale Hochschulgruppe appelliert an alle – sowohl Studierendenschaft als auch Hochschulgruppen und Mitglieder der Gremien – im Umgang mit politisch Andersdenkenden offen zu sein und Ausgrenzung keinen Nährboden zu geben. Entscheidungen müssen logisch und rational begründet getroffen werden. Wer sein Handeln nur darauf auslegt, andere Gruppierungen zu unterdrücken und dementsprechend agiert, handelt unvernünftig und beraubt die Studierendenschaft ihrer Chance auf Einigungen, die jedermann dienlich sind. Aus diesem Grund bekennen wir uns zu Toleranz und Meinungsfreiheit im politischen Miteinander.